view counter



 

Frosch
 Der Spruch der Woche
von unserem
 WOCHEN-KURIER-Frosch
 
wetter.de Wetter-Widget
Wetterdaten werden geladen
Wetter Heidelberg
www.wetter.de

onlinewerbung

Sinsheim

Dank Corona blieb „mehr Zeit für die Feinheiten“

Vereinschronik des SV Reihen vorgestellt – Jubiläumfeier wird nachgeholt

4327

Nachdem die Feierlichkeiten rund um das 100jährige Jubiläum des SV Reihen abgesagt werden mussten, stellte der Vorsitzende Sascha Reimann nun die Chronik des Vereins vor. Foto: Becker


Sinsheim-Reihen. (abc) Seit 1920 gibt es den Sportverein (SV) im Ort, weshalb 2020 eigentlich das 100jährige Jubiläum angestanden hätte. Doch genau wie bei den Heimattagen Baden-Württemberg 2020 machte auch hier das Corona-Virus den Planern einen Strich durch die Rechnung. Allerdings hat man sich davon nicht entmutigen lassen und jetzt trotzdem (oder gerade deswegen) eine besonders aufwändige Vereinschronik vorgestellt.

„Das sollte etwas ganz Besonderes werden“, schickte der SV-Vorsitzende Sascha Reimann voraus, als er die ersten druckfrischen Exemplaren übergab. Ein Grund hierfür war die Tatsache, dass außer der Chronik alle geplanten Aktivitäten der Covid-19-Pandemie zum Opfer gefallen sind. „Eigentlich wollten wir am 1. Mai, dem Gründungstag, das Jubiläumsjahr mit einer Party eröffnen. Aber vorher kam der Lockdown“, erzählte Reimann weiter. Auch ein Jugendturnier war geplant, sowie ein Festbankett als Höhepunkt.

All das soll baldmöglichst nachgeholt werden, doch mit der Vereinschronik wollte man nicht so lange warten. „Schließlich haben die Arbeiten daran schon gut fünf Jahre früher begonnen“, betonte der SV-Vorsitzende. Damals war zur Koordination eine WhatsApp-Gruppe eingerichtet worden und der Löwenanteil der Aufgaben glücklicherweise schon vor dem Lockdown erledigt gewesen. Unzählige Fotos und sonstige historische Dokumente wurden gesichtet und ausgewählt, um letztendlich das nun vorgestellte Werk zu bilden. „Da die Chronik nicht wie geplant bis zum Festbankett fertig werden musste, hatten wir im Endeffekt sogar mehr Zeit für die Feinheiten“, gestand der SV-Vorsitzende rückblickend.

Die Gestaltung des gut 100 Seien starken Werkes hatte man dem Werbebüro „fr-kreativraum“ (Lobbach) übertragen, als Bindeglied zwischen Agentur und Verein fungierte der SV-Kamerad René Redlich: „Ihm gebührt ein ganz besonderer Dank dafür, dass die Chronik so toll geworden ist“, betonte Reimann, ohne rund 80 Werbepartner zu vergessen. Ihrer finanziellen Unterstützung sei es zu verdanken, dass die durchgehend farbig gedruckte Vereinschronik im Sonderformat ab sofort für nur 5 Euro an folgenden Verkaufsstellen erhältlich ist: Metzgerei Bräunling (Hans-Doll-Straße 3), „s’Backstüble“ (Weilerer Straße 26) und Mühltal-Restaurant (Am Bahnhof 20). „Das Buch ist nicht dazu da, um Gewinn zu machen. Jeder soll sich die Vereinsgeschichte sichern können“, begründete Reimann die moderate Preisgestaltung.

Rund 120 Jubiläums-Chroniken wurden bereits an Unterstützer verteilt und durchweg gelobt: „Ortsvorsteher Willibald Hönig war so begeistert, dass er jedem Mitglied der Jubiläumsgruppe ein persönliches Schreiben hat zukommen lassen“, freute sich der SV-Vorsitzende. Ihm zufolge soll die Vereinschronik aber nicht das einzige Zeugnis des Jubiläumsjahres bleiben und zumindest das Festbankett baldmöglichst nachgeholt werden. „Jetzt weiß aber noch niemand, wann das sein wird. Wir warten erst mal ab“, betonte Reimann abschließend.

Anmeldungen für 5. Klassen

Sinsheim. Die Anmeldungen für die neuen 5. Klassen des Wilhelmi-Gymnasiums, der Kraichgau-Realschule und der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule können aufgrund der aktuellen Covid-19 Situation nicht in Präsenz stattfinden. Die Anmeldeformulare werden auf der Homepage der jeweiligen Schule bereitgestellt und können dort heruntergeladen werden. Hier finden sich auch die Informationen über die Anmeldebedingungen und die Unterlagen, die mit der Anmeldung vorgelegt werden müssen. Es ist zu beachten, dass die Anmeldeformulare und die erforderlichen Unterlagen per Post oder E-Mail zwischen 8. und 11. März der entsprechenden Schule vorliegen müssen.

Aus Liebe zur japanischen Kampfkunst

Angelbachtal/Sinsheim-Eschelbach. (abc) „Eigentlich kann ich das alles gar nicht glauben“, sagt Norbert Rühl, während er etliche alte Fotoalben durchblättert. Mehr als 40 000 Bilder zeugen mittlerweile von der mehr als beachtlichen Entwicklung, die der 1. Angelbachtaler Judo Club während der zurückliegenden Jahrzehnte durchlaufen hat. Die Liebe zu der namensgebenden japanischen Kampfkunst hat der Initiator und Vorsitzende des Vereins allerdings noch etwas früher: „Mein Vater war Schulleiter in Mühlbach. 1968 hat dort der TSV eine Judoabteilung gegründet. Da war ich dabei“, verrät Rühl. Im Folgejahr zog die Familie nach Michelfeld. „Von da an habe zweimal pro Woche bei Alfred Löb in Wiesloch trainiert. Aber das war mir zu wenig“, erinnert sich der pensionierte Pädagoge.

In Dieter Sitzler fand Rühl jedoch bald einen Verbündeten. Der damalige Torwart des TSV Michelfeld und dessen Ehefrau waren ebenfalls begeisterte Judoka, aber ebenfalls von den Fahrten zu ihrer Trainingsstätte in Heidelberg genervt. So gründeten Rühl und Sitzler 1971 eine Judo-Unterabteilung innerhalb des TSV Michelfeld, was zugleich die Geburtsstunde dieses Sports im heutigen Angelbachtal war. Erstes Zuhause war die Bühne der Turnhalle, gekämpft wurde auf einer ölbefleckten Ringermatte, die man von den US-Streitkräften in Heidelberg organisiert hatte. 1972 errang der damals 17-jährige Schüler Norbert Rühl mit der Internationalen Deutschen Vizemeisterschaft der Jugend einen ersten Achtungserfolg, der dabei half, den Michelfelder Judoka außerdem die erste Judomatte zu bescheren. 1975 zog man in einen eigens errichteten Anbau um, wo die mittlerweile rund 100 Abteilungsmitglieder deutlich bessere Trainingsbedingungen vorfanden.

1980 wurde Rühl Deutscher Hochschulmeister, belegte bei den Studentenweltmeisterschaften in Polen den 5. Platz, kämpfte zehn Jahre in der 1. Bundesliga, wurde Mitglied der Männernationalmannschaft und war 15 Jahre Verbandstrainer im Badischen Judoverband. 1983, Rühl war zwei Jahre nacheinander jeweils Deutscher Vizemeister der Männer geworden, sagten sich die Judoka vom TSV Michelfeld los und gründeten den 1. Angelbachtaler Judo Club (AJC). In Jochen Marschner fand Rühl einen Partner, der durch die Seniorengruppe zum Judosport gefunden hatte und bereit war, den Vorsitz zu übernehmen. Erste Heimstätte war die Sonnenbergschule, wo jeweils ein Trainings- und Kraftraum sowie die Aula für größere Aktivitäten zur Verfügung standen. Nachdem Norbert Rühl 1986 seine Leistungssport-Karriere beendet hatte und Jochen Marschner sich beruflich selbstständig machte, übernahm Rühl den AJC-Vorsitz, war aber weiter auch als Kämpfer und Trainer aktiv. Die Mannschaft stieg 1988 in die 2. Bundesliga auf, was für Angelbachtal eine kleine Sensation war.

1996 waren nun auch die Räumlichkeiten in der Sonnenbergschule zu klein geworden, weshalb der Verein in das neu renovierte Clubhaus der SG Eschelbach umzog und Teil der Räumlichkeiten mieten konnte. Kurz nach der Jahrtausendwende musste der Fußballverein jedoch Insolvenz anmelden. Dank der Dietmar-Hopp-Stiftung, die den Erwerb des Clubhauses durch die Stadt Sinsheim ermöglichte, wurde der Verbleib des AJC dort bis 2025 gesichert. „Allerdings“, so Rühl, „streben wir zurück nach Angelbachtal. Die Vereinsgaststätte in Eschelbach ist nur punktuell geöffnet, weshalb uns dort ein sozialer Treffpunkt fehlt.“ Es ist diesbezüglich zwar noch nichts entschieden, aber gut möglich, dass der 1. Angelbachtaler Judo Club in absehbarer Zeit bald wieder in Angelbachtal angesiedelt sein wird. „Unsere Jugendarbeit, Entwicklung des Wettkampfbereiches und unser Sportangebot im Fitnessbereich können sich sehen lassen. Wir haben in den letzten Jahrzehnten Tausende von Kinderkursen im Judo durchgeführt, unabhängig davon, ob die Jugendlichen, den Sportweg „Judosport“ dann eingeschlagen haben.

Fallschule, Koordination, Ganzkörperkräftigung waren und sind eine hervorragende Ergänzung zum Sportunterricht inklusive der erzieherischen und sozialen Aspekte des Kampfsports. Nicht umsonst ist Kampfsport mittlerweile in den Sportbildungsplänen der Schulen verankert“, betont Rühl. Der pensionierte Pädagoge freut sich darüber, dass es in den letzten Jahren gelungen ist, ein junges und schlagkräftiges Vorstands- und Trainerteam (stellvertretender Vorstand Michael Bender und Martin Rühl) aufzubauen, das optimistisch in die Zukunft blicken lässt. Es stehen allerdings die Aufgaben der Jubiläumsfeierlichkeiten bezüglich „50 Jahre Judo in Angelbachtal“ an, die im Hinblick auf die aktuellen Corona-Situation gemeistert werden müssen. „Die geplante Gala haben wir auf 2022 verschoben. Vielleicht lässt sich aber im Herbst ein Ehemaligentreffen mit Erinnerungsabend realisieren“, lässt Rühl abschließend offen.

Andacht über Zoom

Sinsheim. Die Bahai-Gemeinde lädt alle Interessierten zu der nun auch über Zoom stattfindenden Andacht der Bahai-Gemeinde, am Samstag, 6. März, um 19 Uhr ein. Einwahldaten und Zoom-Meeting-Link sind per E-Mail sinsheim@bahai.de erhältlich.

Städtische Großevents bis 31. Juli abgesagt

Sinsheim. Aufgrund des andauernden Lockdowns bis zum 7. März 2021 sowie in Anbetracht des aktuellen Inzidenzwertes in Sinsheim sagt die Stadtverwaltung Sinsheim ihre geplanten Großveranstaltungen für das erste Halbjahr 2021 bis einschließlich 31. Juli ab. Davon betroffen ist unter anderem das Mittelalterfest auf Burg Steinsberg, welches in diesem Jahr am 17. und 18. April wieder hätte stattfinden sollen, aber auch den „Fohlenmarkt“ trifft es nach 2020 erneut. Die Traditionsveranstaltung lockte in der Vergangenheit um Christi Himmelfahrt über tausend Besucher aus der gesamten Region an.

„Nach langem Abwarten und genauem Beobachten der Infektionslage haben wir uns zu diesem schweren Schritt entschieden“, erklärt Oberbürgermeister Jörg Albrecht. „Wir haben uns solche Entscheidungen schon im letzten Jahr nicht leicht gemacht, aber solange Großveranstaltungen in dieser Größenordnung noch verboten sind, können die Planungen nicht entsprechend vorangetrieben werden. Die Detailplanungen der Events müssten nun auf Hochtouren laufen. Um möglichen Kosten entgegenzuwirken, muss die Absage nun leider erfolgen“, begründet Albrecht.

Ebenso umfasst die Großveranstaltungsabsage das Stadtjubiläum, welches Mitte Juli hätte stattfinden sollen. „Das Stadtjubiläum nachzufeiern ergibt nur Sinn, wenn wir dies ohne Auflagen durchführen können“, ergänzt Oberbürgermeister Jörg Albrecht. „Wir bedauern dies sehr und hoffen bald wieder Veranstaltungen für die Bürger anbieten zu können“, so Petra Schüle, stellvertretende Amtsleitung für Wirtschaftsförderung, Tourismus und Öffentlichkeitsarbeit, welches unter anderem für die Organisation von Festivitäten zuständig ist. „Wir werden die Entwicklungen genau beobachten. Sobald es die Situation zulässt, könnten Veranstaltungen in einem Light-Umfang wieder stattfinden“, erläutert Petra Schüle.

Auch die Abteilung Kultur trifft es in diesem Zusammenhang: Ausstellungen können im Rathaus aktuell nicht gezeigt werden. Die Badische Landesbühne hat ihren Spielbetrieb bis Ende März eingestellt. Bülent Ceylan und „Die Feisten“ müssen sich mit ihren Auftritten ebenfalls noch gedulden. Veranstaltungsabsagen tragen zur Risikominimierung bei. Die Stadtverwaltung bedankt sich für das anhaltende Verständnis der Bevölkerung.