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Gemeinsam gegen Ablenkung am Steuer

Kooperation von ADAC und Fahrlehrerverband in Baden-Württemberg

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Das Video der Influencerin Kati Karenina steht im Mittelpunkt der gemeinsamen Kampagne von ADAC und Fahrlehrerverband Baden-Württemberg. Foto: ADAC Nordrhein

 Unter dem Motto „#handyweg – Dein Leben: Mehr als eine Story.“ hat der ADAC in Baden-Württemberg gemeinsam mit dem Fahrlehrerverband Baden-Württemberg eine Kooperation gegen Ablenkung durch Handys am Steuer gestartet. Zielgruppe sind vor allem junge Menschen im Alter von 16 bis 25 Jahren. Im Mittelpunkt steht ein emotionales Video der Influencerin Kati Karenina. Bei Instagram und YouTube erreicht sie mehr als 400 000 Abonnenten.

„Gerade Jugendliche wollen ständig erreichbar sein und haben oft Angst, etwas zu verpassen. Das verleitet dazu, sich auch im Auto mit dem Handy zu beschäftigen“, betont Karin Birthelmer, Verkehrsreferentin im Vorstand des ADAC Nordbaden e.V. „Dass sie bei einer Geschwindigkeit von 50 Stundenkilometern fast 30 Meter im totalen Blindflug zurücklegen, wenn sie nur zwei Sekunden lang auf den Bildschirm schauen, ist vielen nicht bewusst.“

Jochen Klima, 1. Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg: „Wer nicht bereit ist, am Steuer sein Handy aus der Hand zu legen, nimmt ein großes Risiko in Kauf – nicht nur für sich, sondern auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer.“

Das rund einminütige Video mit Kati Karenina zeigt eindrücklich, wie schnell der kurze Blick auf das Handy in einem schwerwiegenden Unfall enden kann. Die Influencerin erhält während der Autofahrt eine Nachricht und nimmt das Smartphone in die Hand. Plötzlich knallt es, Glasscherben fliegen durch das Auto, der Airbag explodiert und Kati schleudert Richtung Beifahrersitz. Die zielgruppengerechte Aufarbeitung des Themas soll die jungen Führerscheinanwärter direkt ansprechen. Das Video soll künftig in vielen Fahrschulen in Baden-Württemberg gezeigt und damit in den Theorieunterricht eingebunden werden.

Unfallursache Ablenkung

Junge Erwachsene gehören nach wie vor zu den besonders gefährdeten Verkehrsteilnehmern. Risikofaktoren sind unter anderem mangelnde Fahrroutine, Selbstüberschätzung, Alkohol am Steuer oder Ablenkung. Experten gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte aller Verkehrsunfälle auf deutschen Straßen durch Ablenkung verursacht wird.

Aus einer Wasserflasche trinken, ein Päckchen Taschentücher öffnen oder eine Nachricht auf dem Handy lesen und beantworten: Eine gemeinsame Studie von ADAC und dem Österreichischen Automobil-, Motorrad- und Touring Club (ÖAMTC) zeigte, dass jede untersuchte Nebentätigkeit messbare negative Auswirkungen auf das Fahrverhalten hat. Ablenkung im Straßenverkehr kann immer zu folgenschweren Fehlern führen.

Trotz guter Reaktionszeiten konnten die Probanden als Pkw-Fahrer unvorhergesehenen Ereignissen in neun von zehn Fällen nicht rechtzeitig ausweichen, da der Blick nicht auf die Straße gerichtet war. Besonders gefährlich ist das Lesen oder Verfassen von SMS, E-Mails oder WhatsApp-Nachrichten. Bei den Testfahrten zeigte sich, dass mehr als ein Drittel aller Probanden zumindest einmal die Mittellinie überfuhren, 20 Prozent sogar öfter. Dabei befanden sich die Fahrzeuge bis zu vier Sekunden im Gegenverkehr, ein Proband war mit seinem Fahrzeug sogar zehn Sekunden und damit 130 Meter auf der falschen Fahrbahn unterwegs.
Das Video ist unter adac.de/nordbaden und auf YouTube zu sehen.